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Rohrformstücke aus Duplex 1.4462 (2205) nach EN 10253-4

Formstücke aus dem Standard-Duplexstahl X2CrNiMoN22-5-3 für Offshore-, Meerwasser- und chloridbelastete Prozessleitungen: etwa doppelte Streckgrenze von 316L, Wirksumme PRE ≥ 35 und gute Beständigkeit gegen chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion.

EN 10253-4 Typ B PRE ≥ 35 Rp0,2 ≥ 450 MPa NACE MR0175

Was Duplexstahl auszeichnet

Duplexstähle haben ein zweiphasiges Gefüge aus etwa gleichen Anteilen Austenit und Ferrit. Gegenüber rein austenitischen Werkstoffen wie 1.4404 (316L) ergeben sich daraus drei Vorteile gleichzeitig: eine höhere Streckgrenze (≥ 450 MPa statt ca. 220 MPa), eine höhere Beständigkeit gegen Lochkorrosion (PRE ≥ 35 statt ca. 24) und eine deutlich bessere Beständigkeit gegen chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion, weil die Ferritphase die Rissausbreitung unterbricht.

Durch die höhere Festigkeit kann die Wanddicke bei gleichem Druck geringer ausfallen als bei 316L, was einen Teil des Mehrpreises für den Werkstoff ausgleicht. In Offshore-Leitungen ist 1.4462 deshalb häufig die Standardlösung: unlegierter Stahl korrodiert, 316L reicht weder in Festigkeit noch in Chloridbeständigkeit aus.

Chemische Zusammensetzung nach EN 10088

Elementmin.max.Wirkung
C–0,030 %niedriger C-Gehalt, gute Schweißbarkeit
Cr21,0 %23,0 %Passivierung, Beitrag zur Wirksumme
Ni4,5 %6,5 %Austenitbildner
Mo2,5 %3,5 %Lochkorrosionsbeständigkeit
N0,10 %0,22 %Austenitbildner, Beitrag zur Wirksumme

Wirksumme PRE = %Cr + 3,3 × %Mo + 16 × %N; für 1.4462 typisch mindestens 35.

1.4462 im Vergleich

Eigenschaft1.4404 (316L)Duplex 1.4462Super-Duplex 1.4410
PREca. 24≥ 35≥ 40
Streckgrenzeca. 220 MPa≥ 450 MPa≥ 530 MPa
Beständigkeit gegen Chlorid-SpRKgeringgutsehr gut
Max. Betriebstemperaturca. 300 °Cca. 300 °Cca. 300 °C
SchweißzusatzER316LER2209ER2594

Temperaturgrenze: Sigma-Phase

Oberhalb von etwa 300 °C kann sich in Duplexstählen Sigma-Phase ausscheiden, die den Werkstoff stark versprödet. 1.4462 ist daher auf Betriebstemperaturen unter 300 °C beschränkt. Bei Leitungen, die kurzzeitig höher belastet werden – etwa durch Dampfspülung oder CIP/SIP-Reinigung in Pharmaanlagen –, sollte geprüft werden, dass die Spitzentemperatur diese Grenze nie überschreitet. Bei Umgebungstemperatur gibt es keine Einschränkung.

Einsatzbereiche

Typ A oder Typ B?

Wir fertigen Duplex-Formstücke nach EN 10253-4 als Typ A und als Typ B. Typ B ist für den vollen Betriebsdruck des anschließenden Rohres gleicher Wanddicke ausgelegt und unser Schwerpunkt. Gerade bei Duplex, wo dünnere Wände wirtschaftlich interessant sind, lohnt sich ein Abgleich von Wanddicke und Bohrung mit dem Rohr; auf Wunsch bearbeiten wir die Enden auf den Rohrinnendurchmesser.

Lieferprogramm

FormstückAusführung
Rohrbögen45°, 90° und 180°, nahtlos oder geschweißt
T-Stückegleichschenklig und reduziert
Reduzierstückekonzentrisch und exzentrisch
KappenKlöpperform
Vorschweißbördelfür Losflanschverbindungen

Nennweiten DN 15 bis DN 600 und größer, Außendurchmesser nach EN 10220 / EN ISO 1127, Wanddicke passend zum anschließenden Rohr.

Prüfung und Zeugnisse

Die Formstücke werden in unserem Fertigungswerk der Unternehmensgruppe hergestellt, das über ISO-, DGRL (TÜV)-, AD 2000-, IBR- und ASME-Zulassungen verfügt.

Angaben für Ihre Anfrage

Damit wir schnell und eindeutig anbieten können, nennen Sie bitte für jede Position:

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Übersicht: Edelstahl- und Duplex-Formstücke nach EN 10253-4 · Englische Fassung: 1.4462 Duplex 2205 Pipe Fittings · Katalog (PDF, Englisch)

Häufige Fragen

Ist Duplex 1.4462 für Sauergas geeignet?

Ja. Formstücke aus 1.4462 liefern wir für den Sauergasbetrieb nach NACE MR0175, mit Härteprüfung und entsprechendem Nachweis im Zeugnis.

Wie fest ist 1.4462 im Vergleich zu 1.4404 (316L)?

Die Mindeststreckgrenze von 450 MPa ist etwa doppelt so hoch wie bei 316L (ca. 220 MPa), die Wirksumme liegt bei mindestens 35 statt etwa 24. Deshalb wird 1.4462 offshore und in chloridbelasteten Prozessleitungen eingesetzt, wenn 316L nicht ausreicht.

Welche Temperaturgrenze, welchen Schweißzusatz und welche Wärmebehandlung braucht 1.4462?

Einsatz bis etwa 300 °C, da oberhalb Sigma-Phase entstehen kann. Geschweißt wird im WIG-Verfahren mit ER2209; eine Wärmebehandlung nach dem Schweißen ist nicht erforderlich.

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Bitte mit Formstück, Nennweite, Wanddicke, Werkstoff, Menge und Zeugnisart. Unsere Korrespondenz erfolgt auf Englisch.