Stumpfschweiß-Formstücke aus dem warmfesten Molybdänstahl 16Mo3 – der erste Schritt über P265GH hinaus, wenn eine Dampf- oder Kesselleitung nach EN 13480 für unlegierten Stahl zu heiß wird. Typ A und Typ B, mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204.
Die ferritischen Kesselstähle lassen sich als Stufenleiter verstehen. Unten stehen die unlegierten Stähle P235GH und P265GH. Mit Molybdän folgt 16Mo3, ein Kohlenstoff-Molybdän-Stahl. Kommt Chrom hinzu, beginnt die Cr-Mo-Familie mit 13CrMo4-5 und setzt sich über 10CrMo9-10 bis zu den 9-%-Chromstählen wie X10CrMoVNb9-1 (P91) fort. Jede Stufe bringt mehr Warmfestigkeit und Oxidationsbeständigkeit, verlangt aber auch mehr Sorgfalt beim Schweißen und bei der Wärmebehandlung.
16Mo3 ist in EN 10253-2 für Formstücke, in EN 10216-2 für nahtlose Rohre und in EN 10028-2 für Bleche genormt und wird häufig für Kesselspeise- und Dampfleitungen mittlerer Temperatur sowie für Sammler eingesetzt.
| Eigenschaft | 16Mo3 (1.5415) | 13CrMo4-5 (1.7335) |
|---|---|---|
| Werkstofftyp | Kohlenstoff-Molybdän-Stahl | 1Cr-0,5Mo-Stahl |
| Chrom | nicht als Legierungselement festgelegt | 0,70–1,15 % |
| Molybdän | 0,25–0,35 % | 0,40–0,60 % |
| Üblicher Lieferzustand | normalgeglüht | normalgeglüht und angelassen |
| Langzeit-Kriechfestigkeit | höher als unlegierter Stahl | höher als 16Mo3 |
| Graphitisierung bei langem Betrieb | bekanntes Risiko bei C-Mo-Stählen | deutlich geringer |
| Schweißen | ähnlich wie unlegierter Stahl | Cr-Mo-Praxis: Vorwärmung und Wärmebehandlung |
| Nächstliegender ASTM-Werkstoff | A234 WP1 (nicht identisch) | A234 WP12 (nicht identisch) |
Die Legierungsbereiche sind die üblichen Werte für nahtlose Rohre nach EN 10216-2. Festigkeitskennwerte hängen von Produktnorm, Wanddickenbereich und Ausgabe ab; Auslegungswerte sollten deshalb der im Projekt genannten Norm entnommen werden, nicht einem Lieferantendatenblatt.
Im Kriechbereich legt EN 13480-3 die zulässige Spannung auf Grundlage der Zeitstandfestigkeit bei Auslegungstemperatur und -lebensdauer fest. Bei mäßigen Temperaturen ist der Unterschied zu 13CrMo4-5 gering, und 16Mo3 ergibt oft eine einwandfreie und günstigere Auslegung. Mit steigender Temperatur und Lebensdauer wächst der Abstand, und die erforderliche Wanddicke in 16Mo3 nimmt zu.
Das wichtigste metallurgische Argument gegen 16Mo3 bei langem, heißem Betrieb ist die Graphitisierung: In unlegierten und C-Mo-Stählen können Eisenkarbide bei langer Beanspruchung in Graphitknötchen zerfallen. Bilden sich diese kettenförmig in der Wärmeeinflusszone neben einer Naht, kann die Festigkeit der Verbindung stark sinken. Für neue Leitungen, die jahrzehntelang am oberen Ende des C-Mo-Bereichs laufen sollen, wählen viele Planer deshalb 13CrMo4-5.
Nach ISO/TR 15608 gehört 16Mo3 in der Regel zur Werkstoffgruppe 1 (C-Mn- und C-Mo-Stähle), 13CrMo4-5 zur Gruppe 5. Eine Verfahrensprüfung nach EN ISO 15614-1 für den einen Werkstoff deckt den anderen nicht ab. 16Mo3 wird mit molybdänlegierten Zusätzen geschweißt (EN ISO 3580, EN ISO 21952); dickere Wände sind vorzuwärmen. Die Anforderungen an die Wärmebehandlung nach dem Schweißen ergeben sich aus EN 13480-4.
Ein Typ-B-Formstück nach EN 10253-2 hat die gleiche Druckbelastbarkeit wie das anschließende Rohr gleichen Werkstoffs und gleicher Wanddicke. Diese Zusage gilt nur, wenn Rohr und Formstück aus demselben Werkstoff bestehen – bestellen Sie 16Mo3-Formstücke für 16Mo3-Rohre. Formstücke aus 16Mo3 in einer 13CrMo4-5-Leitung sind bei Kriechtemperaturen das schwächere Bauteil und sollten nicht ohne vollständige Überprüfung der Auslegung eingesetzt werden. Bei dickerer Formstückwand bearbeiten wir die Enden auf den Rohrinnendurchmesser.
| Formstück | Ausführung |
|---|---|
| Rohrbögen | 45°, 90° und 180°, nahtlos oder geschweißt |
| T-Stücke | gleichschenklig und reduziert |
| Reduzierstücke | konzentrisch und exzentrisch |
| Kappen | Klöpperform |
| Vorschweißbördel | für Losflanschverbindungen |
Nennweiten DN 15 bis DN 600 und größer, Außendurchmesser nach EN 10220 / EN ISO 1127, Wanddicke passend zum anschließenden Rohr nach EN 10216-2.
Die Formstücke werden in unserem Fertigungswerk der Unternehmensgruppe hergestellt, das über ISO-, DGRL (TÜV)-, AD 2000-, IBR- und ASME-Zulassungen verfügt. Die Wärmebehandlung erfolgt im eigenen Werk.
Damit wir schnell und eindeutig anbieten können, nennen Sie bitte für jede Position:
1.4571 (316Ti) · 1.4404 (316L) · 1.4541 (321) · Duplex 1.4462 · P235GH (1.0345) · P265GH (1.0425) · 13CrMo4-5 (1.7335) · 10CrMo9-10 (1.7380) · P91 (1.4903)
Übersicht: Formstücke aus warmfesten Stählen · Englischer Fachartikel: 16Mo3 vs 13CrMo4-5 Fittings for EN 13480 Steam Lines · Katalog (PDF, Englisch)
16Mo3 (1.5415) ist ein Kohlenstoff-Molybdän-Stahl mit etwa 0,3 % Molybdän ohne festgelegten Chromgehalt. 13CrMo4-5 (1.7335) enthält zusätzlich etwa 1 % Chrom bei etwa 0,5 % Molybdän. Das Chrom verbessert die Langzeit-Kriechfestigkeit und die Oxidationsbeständigkeit und verringert die Neigung zur Graphitisierung deutlich.
Nicht als einfacher Austausch ohne Freigabe des Planers. 13CrMo4-5 gehört zu einer anderen Werkstoffgruppe, braucht ein eigenes Schweißverfahren, eigene Vorwärmung und Wärmebehandlung, und die Mischverbindung zum 16Mo3-Rohr muss qualifiziert sein. Jede Substitution muss vom Rohrleitungsplaner akzeptiert und in der DGRL-Dokumentation festgehalten werden.
Das ist eine Projektentscheidung. EN 13480-4 legt die Anforderungen nach Werkstoffgruppe und Wanddicke fest; Cr-Mo-Nähte benötigen in der Regel schon bei geringeren Wanddicken eine Wärmebehandlung als 16Mo3-Nähte. Ihre Schweißaufsicht sollte die Anforderung anhand der gültigen Ausgabe der Norm und der verwendeten Verfahrensprüfungen festlegen.
Ja. Rohrbögen, T-Stücke, Reduzierstücke und Kappen aus 16Mo3 nach EN 10253-2 in Typ A und Typ B, mit Abnahmeprüfzeugnis 3.1 als Standard und 3.2 auf Wunsch. Die Enden können auf den Innendurchmesser Ihres Rohres bearbeitet werden.
Bitte mit Formstück, Nennweite, Wanddicke, Werkstoff, Menge und Zeugnisart. Unsere Korrespondenz erfolgt auf Englisch.